Was braucht ein Kind in der Trennungssituation seiner Eltern
Eltern in Trennungssituation wollen für ihr Kind immer das Beste. In nur wenigen Fällen verhalten sich allerdings die Eltern dem Kindeswohl entsprechend, denn oft sind Eltern selbst noch verletzt enttäuscht, orientierungslos und voller Schmerz.
Wenn sich Eltern aus ihrer eigenen Krise nicht „herausarbeiten“ (z.B.: therapeutische Begleitung...u.a ), bleibt das Kind in einer sehr schwierigen Situation und kann Verhaltensauffälligkeiten entwickeln.
Um die folgenden Gesichtspunkte wirklich zu beachten, fordert sehr viel von den Eltern, da oftmals durch die Trennung mindestens ein Partner eine Kränkung erfahren hat. Gelingt es diese Kränkung zu überwinden und es entsteht eine gute Zusammenarbeit der Eltern, ist dies der Schlüssel zu einer gesunden körperlichen und seelischen Entwicklung des Kindes.
Es ist günstig, wenn das Kind dort bleiben kann, wo es bisher gelebt hat.Denn das Kindes ist mit seinen Eltern in einen bestimmten Raum hineingewachsen. Ein Kind wird orientierungslos, wenn es seinen Lebensraum ändert, orientierungslos auch im übertragenen Sinne. Kann ein Kind in dem „Raum“ bleiben, der ihm vertraut ist, fällt ihm die Trennung leichter.
Die Sicherheit jeden Elternteil weiterhin lieben zu dürfen
Dies ist nur gewährleistet, wenn die Eltern sich gegenseitig Achtung entgegenbringen und sich nicht gegeneinander „ausspielen“
Kommt ein neuer Partner bzw. Partnerin hinzu, muss das Kind auch diesen neuen Partner/in „begegnen“ dürfen. Konkurriert ein Elternteil mit dem neuen Partner/in, ist dies für das Kind eine äußerst große seelische Belastung.
Das Kind sollte erleben dürfen, dass beide Eltern weiterhin verfügbar sind, denn „Eltern bleiben Eltern“, auch wenn sie kein Paar mehr sind. Problematisch wird es, wenn jeder Elternteil besser sein will als der andere. Verwöhnen sie ihr Kind nicht beim Besuchstag zu sehr, das irritiert ihr Kind nur und schafft Neid beim anderen. Ihr Kind ist schon dankbar, wenn sie Zeit haben und sich ernsthaft mit ihm befassen und Spaß miteinander haben.
Sprechen sie möglichst nie negativ über den anderen Elternteil. Gelingt es ihnen stattdessen sogar manchmal –vor ihrem Kind- echte Wertschätzung gegenüber ihrem Partner auszusprechen, entlasten sie ihr Kind in hohem Maße.
Binden sie ihr Kind nicht zu sehr in ihre Probleme ein, suchen sie Hilfe in ihrem erwachsenen Bekanntenkreis, oder wenden sie sich an eine professionelle Stelle.
Weitere Gedanken zur Nachscheidungsphase im Umgang mit gemeinsamen Kindern
Hat ein Elternteil tatsächlich den Anspruch für das „Wohl des Kindes“ einzutreten und auch so zu handeln, fordert dies enorme Selbstreflektion
Dies ist im Alltag nicht immer zu erreichen, kann allerdings als Grundtendenz als „innere Haltung“ angestrebt werden:
Verabschieden Sie sich von dem (ins geheimen) Gedanken, dass Sie der bessere Elternteil sind. Der andere Elternteil ist nur anders. Hierbei sind natürliche, individuelle Fehler mit einbezogen.
Sprechen Sie nicht nur nicht schlecht über den anderen Elternteil, sondern schätzen und achten Sie ihn immer noch für die gemeinsame Vergangenheit und fördern Sie ihn durch Ihr „inneres“ vielleicht auch äußerlich sichtbares Wohlwollen. Sie können Ihrem Kind kein schöneres Geschenk machen. Sie gewinnen dadurch (ist es ernstgemeint!) Achtung vor Ihrem Kind, auch wenn es dies vielleicht in jungen Jahren noch nicht zum Ausdruck bringen kann. Denn die frühere Zusammengehörigkeit der Familie lebt so als gute Erfahrung in allen weiter. Das Erleben dies Kindes ist dann: „wir waren eine „gute Familie“. Meine Eltern habe ich weiterhin und neue Entwicklungen, neue Personen können so positiv integriert werden.
I. S.
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