Resilienz
Die allgemeine Erfahrung zur Entwicklung von Kindern aus sozial schwachen Gruppen unserer Gesellschaft und differenzierte Feststellungen über die Entwicklungschancen der betroffenen Kinder haben in der letzten Zeit zu der Beschäftigung mit dem Thema Resilienz geführt, womit die psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern gemeint ist.
Es ist eine allgemeine Erfahrungstatsache und auch wissenschaftlich nachgewiesen, dass manche Kinder trotz ungünstiger Entwicklungsbedingungen (z.B. Armut, Vernachlässigung, Misshandlung, Alkoholerkrankung der Eltern ... ) ihr Leben erfolgreich meistern. Sie wachsen zu selbstbewussten, leistungsfähigen und sozial integrierten Menschen heran.
Solche Entwicklungsverläufe haben die Blickrichtung in der Sozialforschung mehr auf die Möglichkeit des Menschen zur Selbstbestimmung und bewussten Veränderung von zunächst "vorgezeichneten" Lebenslinien geführt.
Auch und gerade in Beratungssituationen wird auf die Fähigkeit des Einzelnen gesetzt, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und eigene Lösungen zu finden. Resilienz ist sozusagen das psychische Immunsystem eines Menschen, das dessen psychische Gesundheit trotz Risikobelastungen erhält, bzw. den Einzelnen die Energien liefert, eigene Ressourcen zu mobilisieren.
Resiliente Kinder zeichnen sich trotz ungünstigen Entwicklungsumständen unter anderem dadurch aus:
- eine hohe soziale Kompetenz
- gute Problemlösungsfähigkeit
- zuversichtliche Lebenseinstellung
- hohes Selbstwertgefühl und ein damit verbundenes Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Die Entdeckung und Förderung von "Leidenschaften" kann mithelfen, traumatische Erlebnisse abzumildern.
Die Resilienzforschung widerlegt, dass ein Kind aus einer schwierigen Familiensituation unabwendbar zum Versager wird.
Die Wurzeln zur Entwicklung von Resilienz liegen sowohl in der Person als auch in ihrer Lebensumwelt.
In unseren Elternberatungen raten wir zu schützenden und entwicklungsfördernden Bedingungen für das Kind:
- gute, stabile Beziehungen
- wertschätzender, freundlicher Umgang
- gutes Vorbildverhalten und Wertevermittlung
- gute Gleichaltrigenkontakte
- Unterstützung in der schulischen, beruflichen Entwicklung
- Stärken, Interessen des Kindes fördern
- und in den Schwächen unterstützen
- Grenzen setzen
I.S. |