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Ruhe

Im Alltag Ruhe finden, ist wohl einer der erstrebenswertesten Güter, aber auch eines der Schwierigsten in der Umsetzung. Immer wieder werden wir von dem Wunsch nach Aktivität befallen und finden auch immer wieder "gute" Gründe dafür, das ein oder andere unbedingt erledigen zu müssen. Unser Freizeitverhalten gleicht manchmal unserer Arbeitswelt: gut organisiert, zielgerichtet und erfolgsorientiert.
Nichtstun bringt uns in Kontakt zu uns. Dies ist zunächst nicht immer so unbedingt gewollt. Die Präsenz für den Augenblick für unser Leben (Jetzt!) verliert sich im Gedankenstrom der Vergangenheit oder in Befürchtungen auf die Zukunft gerichtet.
Die Sehnsucht nach Ruhe, Gelassenheit scheint wohl in jedem von uns zu stecken und dennoch kapitulieren wir häufig vor dem "Angebot" des freien Tages: wir wachen auf und werden unruhig beim Gedanken nicht verplant zu sein. Das lässt sich schnell ändern, denn zu tun gibt es immer etwas.
Es ist jedoch unsere freie Entscheidung eine Tag zu verbringen, mit einem minimalen Aufwand an äußerer Aktivität. Der bewusste Eingriff in unser gewohnheitsmäßiges Muster ist zunächst nicht "Der Hit" aber eine Erfahrung. Wir erfahren im Nichtstun sehr viel über uns, wir lernen uns besser kennen als uns vielleicht zunächst lieb ist. Also ist  "nicht Tun" nicht gleichzusetzen mit "nichtstun". Wir kennen alle das Sprichwort: "In der Ruhe liegt die Kraft" und jeder scheint dies intuitiv als wahr zu erkennen . Unser "Inneres" scheint zu "verstehen". Dieses "Innere" ist wohl auch verantwortlich für die (oben genannte) Sehnsucht nach innerer Ruhe. 
Wenn also in der Ruhe Kraft liegt, ist dieses "Ausruhen" eine sehr aktive Angelegenheit, weil sie uns befähigt, gestärkter und vielleicht auch bewusster in die Aktivitäten des Alltag zu gehen.
Aber machen wir uns nichts vor: zu ent-spannen oder gar anstrengungslos zu leben, ist eine grosse Kunst. Zur Ausübung von Künsten ist nicht nur ein Talent gefragt, sondern vor allem, die tägliche Übung.
In der Ausübung von Meditationen: Beispielsweise das schweigend Sitzens in der "Zenpraxis", ist die Intension, den Gedankenstrom vorbeiziehen zu lassen und die Aufmerksamkeit nur auf den Moment, achtsam zu richten. Diese "Übung", fällt unter weiteren asiatische Disziplinen wie Ikebana, Tai Chi, Qi Gong, Bogenschießen, das indische Yoga und die christlich orientierte Kontemplation(Versenkung)
Schon wieder Stress: "Ruhe üben". Ja! aber nur anfangs! Hat sich regelmäßiges Üben verselbstständigt, verliert sie an Anstrengung und wird bestenfalls zur guten Gewohnheit.
Wenn Sie sich mit dem Thema "Ruhe" weiter befassen wollen, kann ich Ihnen ein Buch empfehlen, das sehr praxisorientiert angelegt ist: "Im Alltag Ruhe finden" von Jon Kabat-Zinn.